31.07.2021 - Weser-Kurier

Wir möchten uns ganz herzlich für diese tollen Worte bedanken! Der Abschied war schmerzhaft und doch hoffnungsvoll. Wir freuen uns auf einen neuen Weg und bedanken uns herzlich bei allen, die uns so viele Jahre begleitet haben. Bleibt neugierig, wir werden uns Wiedersehen

Liebste Grüße Elke und Olli Schmidt


Pressemitteilung

Grashoff stellt sich für die Zukunft neu auf

Seit 149 Jahren steht Grashoff für Genuss und Leidenschaft in Bremen. Das wird auch in Zukunft so sein, allerdings in veränderter Form: Grashoff wird das Delikatessengeschäft und das Bistro in der Bremer Innenstadt sowie den Catering-Service zum 30.07.2021 schließen. Die Qualitätsmarke Grashoff bleibt indes bestehen und wird weiter ausgebaut. Als Inhaber der B. Grashoff Nachf. GmbH werden wir, Elke und Oliver D. Schmidt, unser unternehmerisches Engagement zukünftig auf das Großhandelsgeschäft unserer Bremer Manufaktur, unseren Online-Shop sowie auf unsere Weinseminare und Weinreisen konzentrieren.

Diese Entscheidung ist das Ergebnis einer Entwicklung, die sich in den letzten Jahren immer mehr abgezeichnet hat: Der stationäre Delikatessenhandel, das Bistro sowie das Catering sind in der von uns gewohnten Form auf Dauer nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben. Die Gründe sind vielfältig. Im Einzelnen erscheinen sie vielleicht nicht so bedeutend, in der Summe haben sie dann doch Gewicht.

Das Bild der Innenstadt Bremens verändert sich nicht zum Vorteil für Geschäfte wie das unsrige. Immer mehr Geschäfte, die auch von der Grashoff -Kundschaft frequentiert werden, stellen ihren Betrieb ein. Das sorgt wiederum dafür, dass die Bremer Innenstadt zunehmend an Attraktivität einbüßt und weniger Menschen dort einkaufen gehen, die ihren Weg auch zu uns finden würden. Dies wird auf mittelfristige Sicht auch leider nicht wirklich besser werden. Die Tendenz, das Unternehmen sich in Bremen verkleinern, höhergestellte Hierarchien abziehen, ganz abwandern oder in Konzernstrukturen hinein verkauft werden, wird andauern. Damit verliert unsere Stadt am Ende die kaufkräftige soziale Schicht, die Unternehmen wie das unsere zum Überleben brauchen. Der demographische Wandel wirkt sich auch auf Einkaufsgewohnheiten und speziell auf unser Geschäftsmodel aus. Besonders jüngere Zielgruppen kennen Einkaufsangebote in Vollbedienung nicht und stellen andere Erwartungen an ihr Einkaufserlebnis. So zeigen die Erfahrungen in den vergangenen Jahren, dass viele sich beispielsweise nicht wohlfühlen, wenn geschultes Verkaufspersonal ihren gesamten Einkaufsvorgang eng begleitet und eine kontinuierliche Beratung anbietet.

Gleichzeitig stellt es eine Herausforderung dar, für die Kundschaft, die wiederum eine hochqualitative Beratung während ihres Einkaufs schätzt und einfordert, entsprechende Fachkräfte einzustellen. Viele unserer Mitarbeiter kamen früher aus dem Fleischer- und Bäckerhandwerk zu uns. Diese Branchen haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten ebenso stark gelitten.

Die Arbeit in einem Unternehmen wie Grashoff erfordert ein hohes Maß an Fachwissen, Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und vor allem ein Gespür für den Umgang mit Menschen. Doch während Grashoff vor allem fachliche Kompetenzen direkt fördern kann, bedarf es einer gewissen Eigeninitiative und Motivation der Beschäftigten sich weiterzuentwickeln - auch persönlich-sozial. Diese Bereitschaft hat in den vergangenen Jahren spürbar abgenommen, gleichzeitig sind die Ansprüche vieler Bewerberinnen und Bewerber gestiegen.

Nicht zuletzt kommt die Corona-Pandemie mit ihren massiven Belastungen hinzu. Sie hat diesen Prozess zwar nicht verursacht, aber erheblich beschleunigt und darüber hinaus auch gravierende Spuren hinterlassen. Monatelange Schließungen unseres Bistros und der nach wie vor anhaltende Ausfall im Cateringgeschäft sind schwer zu verkraften. Auch ist der seit 14 Monaten durch die Pandemie bedingte eingeschränkte Zugang zu unserem Delikatessengeschäft nicht förderlich.

In der Summe betrachtet haben aber nun die genannten Faktoren dazu geführt, dass wir zu einer negativen Beurteilung des Entwicklungspotentials des über 149 Jahre hin funktionierenden Geschäftsmodells gekommen sind. Noch sind wir in der Situation, aus eigener Kraft zu agieren und haben daher den Zeitpunkt unseres Handelns ganz bewusst festgelegt. Unsere Kunden und Gäste, die uns teilweise seit Generationen verbunden sind, können bis zum 30. Juli 2021 einschließlich noch alle unsere Angebote im Delikatessengeschäft und im gerade wiedereröffneten Bistro bewusst nutzen.

Die Entscheidung zur Schließung des Geschäftes am Loriotplatz in der Bremer Innenstadt ist uns sehr, sehr schwer gefallen, vor allem, weil damit der Verlust der Arbeitsplätze für langjährige und geschätzte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbunden ist. Wir haben unser Team im Rahmen einer Betriebsversammlung am 29.05.2021 über die Schließung informiert. Das ist uns wahrlich nicht leicht gefallen, viele gehen ihren Weg seit über 20 Jahren gemeinsam mit uns. Auf der anderen Seite ist der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften in Küche, Service und Lebensmitteleinzelhandel gerade jetzt enorm, sodass wir guter Hoffnung sind, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt in eine neue Aufgabe werden starten können. Wir unterstützen selbstverständlich proaktiv durch unsere persönlichen Kontakte und darüber hinaus mit Hilfe der Arbeitsagentur. Zu guter Letzt möchte ich nochmals hervorheben, dass Grashoff als Qualitätsmarke für den hochwertigen Lebensmittelhandel in Bremen und über Bremens Grenzen hinaus weiter bestehen wird. Wir werden uns auf die zukunftsfähigen Bereiche konzentrieren: das Großhandelsgeschäft unserer Bremer Manufaktur, den Grashoff-Online-Shop sowie die Weinseminare und Weinreisen.


Mit freundlichen Grüßen
Oliver D. Schmidt
CEO